Der Plakateur: Teil 2

Über die Kunst, das Filmplakat für eine Fortsetzung zu gestalten.

In der zweiten Ausgabe meiner Kolumne geht es um den zweiten Teil eines aktuellen Filmes. Der diese Woche anlaufende Film „Zweiohrküken“ ist die Fortsetzung von Til Schweigers erfolgreicher Komödie „Keinohrhasen“. Sieht man das Filmplakat, so hat man ein deutliches Déjà-vu-Erlebnis. Bis auf den Schriftzug gleicht es nämlich dem des ersten Teils bis ins Detail. Sogar der Slogan „Man sieht sich immer zweimal …“ wurde beibehalten. Besonders für dieses Plakat könnte der Slogan nicht treffender sein.

Es ist natürlich immer eine Gratwanderung, wie sehr das Plakat einer Fortsetzung dem des ersten Teils gleichen soll. Immerhin will man den Leuten ja eine bekannte „Marke“ kommunizieren. Man will, dass sich die potentiellen Kinobesucher denken: „Ach, das ist doch die Fortsetzung von dem Film, der mir so gefallen hat“. Dabei sollte man aber nicht darauf vergessen, auch klar zu machen, dass der Film etwas Neues beinhaltet. Inwiefern dies natürlich auf die Handlung von „Zweiohrküken“ zutrifft, kann ich, da ich den Film noch nicht gesehen habe, nicht sagen. Ich hoffe aber für den Film, dass der Inhalt besser ist, als die Gestaltung dieses Plakats. Was man dem Film aber zumindest zugute halten muss, ist dass man nicht den einfallslosen Titel „Keinohrhasen 2“ hernahm, sondern zumindest bei der Namenswahl Kreativität gezeigt hat. Vielleicht war damit auch schon die ganze Kreativität aufgebraucht und man musste deshalb auf das alte Sujet zurückgreifen.

Es gibt aber auch Beispiele, wie man bei der Gestaltung von Plakaten dieses Wechselspiel zwischen Altbewährtem und Neuem besser lösen kann. Ein Beispiel von vielen wäre hier wohl „Ghostbusters”. Das Plakat ähnelt dem des ersten Teils sehr, aber der Geist und der vierte Geisterjäger machen einem unmissverständlich klar, dass es um Teil 2 geht.

Ein anderes Beispiel bei dem dies meiner Meinung nach noch besser gelöst wurde, sind die Plakate der „Zurück in die Zukunft“-Serie. Der erste Teil war ein Riesenhit und für die Fortsetzungen wurde wieder auf genau das gleiche Sujet zurückgegriffen. Im Detail unterscheiden sich die Plakate aber deutlich und machen klar worum es geht. Teil 2 mit einem futuristischeren Look und fliegendem Delorian und Teil 3 im Westernstil und der Zeitmaschine auf Schienen. Ausserdem wurden von Teil zu Teil mehr Charaktere auf dem Plakat gezeigt.

Das Plakat von „Zurück in die Zukunft“ ist ein Klassiker, das wohl fast kennt jeder, dabei hätte es aber auch ganz anders ausschauen können. Hier zeige ich euch drei Einwürfe des Plakatedesigners Drew Struzan für den ersten Teil.

Soviel also zum ersten Sequel meiner Kolumne. Ich hoffe, ihr seid auch nächsten Samstag wieder mit dabei bei Teil 3.
Der Plakateur

Dieser Beitrag ist Teil meiner wöchentlichen Kolumne auf der Kinowebsite Uncut. Dieser Beitrag ist dort unter diesem Link erreichbar: http://www.uncut.at/news/news.php?item_id=10748

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