Totenköpfe

Diese Woche geht es um Totenköpfe auf Filmplakaten, die nur eine optische Täuschung sind.

„Ich sehe tote Menschen“, das könnten sich wohl viele Leser bei meiner heutigen Kolumne denken. Aber ich kann euch versichern, auch wenn das Thema heute Totenköpfe sind, so ist doch auf keinem der Bilder wirklich ein Totenkopf zu sehen. Vielmehr sind es kleine Tricks, die aus ganz gewöhnlichen Gegenständen im Gehirn das Bild eines Totenkopfes entstehen lassen. Ganz offensichtlich passiert dies noch beim diese Woche erschienenen Filmplakat von „V/H/S“.

Das hier kein echter Totenkopf abgebildet ist, ist klar, doch erst bei näherem Hinschauen erkennt man, dass das Bild aus lauter VHS-Videokassetten besteht. Beim Horrorstreifen „Cabin Fever“ entsteht durch Bäume, einer Hütte, Licht und Schatten der Totenkopf:

Beim Film „The Ferryman“ sind es Wolken und das Segel eines Bootes die unterbewusst das Bild des Totenkopfs entstehen lassen:

Bei „Chill“ reichen zwei Fenster, schräge Türgriffe und leichte Schmierereien auf der Tür für den optischen Trick:

Sehr gelungen auch das Plakat des irischen Horrorstreifens „Shrooms – Im Rausch des Todes“, in dem es um Magic Mushrooms geht. Dementsprechend entsteht auch der Totenkopf aus drei „harmlosen“ Pilzen vor dem Vollmond:

Eines meiner Favoriten ist das Plakat des indonesischen Films „Mati suri“. Aus etwas Entfernung betrachtet ist man sicher es IST ein Totenkopf, erst aus der Nähe erkennt man, dass es sich hier um vier Ärzte im OP handelt:

Ein besonderer Leckerbissen ist auch das Plakat von „The Descent“, auf dem sechs Frauenkörper den Totenkopf bilden:

Dieses Sujet kommt euch bekannt vor? Sehr gut möglich, denn schon zuvor wurde das Bild mit den Frauen in einem kleinen Detail auf dem Plakat von „Das Schweigen der Lämmer“ verwendet.

Die Idee an sich ist aber schon viel älter und geht auf das Bild „In Voluptas Mors“ von Salvador Dalí (fotografiert von Philippe Halsman) aus dem Jahre 1951 zurück.

Von Salvador Dalí gibt es auch noch weitere Bilder, die mit der optischen Täuschung eines Totenkopfes spielen:

Und auch andere Künstler hatten diese Idee. Links zu sehen ein Bild von Octavio Ocampo, rechts das Bild „All Is Vanity“ von Charles Allan Gilbert aus dem Jahre 1892.

Und „All Is Vanity“ wurde auch abseits von Filmplakaten schon öfters nachgeahmt. Etwa in einer Werbung von „Dior“ oder auf einem Plattencover von „Def Leppard“.

Dieser Beitrag ist Teil meiner wöchentlichen Kolumne auf der Kinowebsite Uncut. Dieser Beitrag ist dort unter diesem Link erreichbar: http://www.uncut.at/news/news.php?item_id=15153

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